Gesundheitsförderung und nachhaltige Ernährung

Uns ist wichtig, dass das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung an den Interessen der Kinder angelehnt ist und mit Spaß am Entdecken und nicht mit „erhobenen Zeigefinger“ erfahren wird.  Wir beginnen, diesen Weg zu gehen und werden mit Projekten und Aktionen nicht nur den „ökologische Fußabdruck“ unseres Kindergartens positiv steuern, sondern auch die Kinder und Familien für dieses Thema sensibilisieren.

Unser jährliches Gartenprojekt

Ein wichtiges Projekt, das die Natur auf besonderer Weise nahebringt, bezieht sich auf ein Areal im Außenspielbereich des Kindergartens, auf dem zwei Hochbeete angelegt wurden. In jedem Frühjahr starten wir unser jährliches Gartenprojekt, in dem die Kinder ein komplettes „Gartenjahr“ erleben dürfen. Der Prozess der Anzucht von Gemüsepflanzen aus Samen, des Wachsen der Pflanzen und des Reifens der Früchte wird über mehrere Monate bis zur Ernte beobachtet und gibt den Kindern aufschlussreiche Erkenntnisse über die Natur und die Bedürfnisse der Pflanzen.

Unser Ernährungskonzept

Zudem nimmt die bewusste und gesunde Ernährung einen hohen Stellenwert in unserem Kindergarten ein. Unser Ernährungskonzept sieht für die Kinder eine ausgewogene, altersentsprechende und hochwertige Ernährung vor, die in erster Linie durch die „frischkochende“ Küche verwirklicht wird aber auch die Kinder in bestimmten Projekten bei der Zubereitung des Essens einbezieht und so ein Gefühl für den Wert von Nahrung und Ernährung entwickelt. In unserer Einrichtung wird Essen als Gemeinschaft erlebt. Das Wohlbefinden, der Genuss, die Gelegenheit zu Gesprächen, Geselligkeit, Erkenntnisgewinn und Wissenserwerb stehen bei uns im Mittelpunkt.  Vor diesem Hintergrund möchten wir den Forscherdrang der Kinder fördern und diesen mit einer ausgewogenen, gesunden und vollwertigen Ernährung verschiedene Facetten von Nahrungsmitteln und Essgewohnheiten näherbringen.

In unserem Kindergarten achten wir auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Unseren Speiseplan haben wir unter Berücksichtigung der Kinderwünsche als 12-Wochen-Plan erstellt, der die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) berücksichtigt. Die Kinder bekommen in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, über ein Bewertungssystem für die Kinder die Zusammenstellung der Komponenten einer Speise oder das gesamt Gericht zu bewerten. So haben sie die Chance mitzuentscheiden, welche Speisen weiterhin angeboten werden und welche Speisen ggf. ausgetauscht oder angepasst werden.

Die Gestaltung der Mittagssituation

Die Kinder decken gemeinsam mit den Erziehern die Tische ein und dürfen ritualisiert einen Tischspruch auswählen. Das Essen wird gemeinschaftlich begonnen. In einer angenehmen Atmosphäre wird die Mittagsmahlzeit gemeinsam eingenommen und die Kinder erhalten die Möglichkeit, sich genussvoll und in Ruhe satt zu essen. Das Abräumen des Geschirrs übernehmen die Kinder eigenständig, jüngere Kinder werden hierbei unterstützt. Uns ist bewusst, dass Ernährungsgewohnheiten, die sich in früher Kindheit manifestiert haben, die eigene Ess-Vita und somit das spätere Essverhalten nachhaltig prägen.

Bei der Gestaltung der Mittagssituation nutzen wir bewusst die aktive Beteiligung der Kinder. Die Kinder entscheiden selbstbestimmend ...

  • ob sie etwas essen
  • was sie von den angebotenen Komponenten essen
  • wieviel sie essen

Der Goldene Tisch +

Wir haben in 2019 bewusst eine Mitarbeiterin als Multiplikatorin Mahlzeiten und Ernährung ausbilden lassen, um die Themen rund um Mahlzeiten und Ernährung fachlich zu untermauern. Sie ist hauptverantwortlich für das ausgewogene Angebot auf dem Frühstückstisch, überprüft regelmäßig die Akzeptanz des Speiseplanes und forciert Projekte wie z.B. den Goldenen Tisch, der im Elementarbereich als ein besonderes Highlight für die Geburtstagskinder des Monats stattfindet.

Der goldene Tisch ist ein besonders dekorierter Tisch, mit goldenen Tischsets, besonderem Porzellan und Servietten. Jedes Kind findet ein individuelles Tischkärtchen mit seinem Namen auf seinem Platz. Dies gibt ihnen einen erneuten Sprachanlass und fördert die sprachliche Bildung der Kinder. Themen wie die eigene Esskultur, Essbiografie oder Vorlieben der Kinder werden thematisiert. Die Kinder erleben in besonderer Atmosphäre ein soziales Miteinander, das Thema gesunde Mahlzeiten und Ernährung findet automatisch Anklang bei den Kindern.

Unser zuckerfreier Vormittag

Unser Kindergarten beteiligt sich am Projekt „Der zuckerfreie Vormittag“ und bietet allen Kindern täglich ein gesundes Frühstück, ein frisch zubereitetes und vollwertiges Mittagessen sowie einen Nachmittagssnack an. Zusätzlich bieten wir täglich frisches Obst und Gemüse an, das wir wöchentlich und gemeinsam mit den Kindern im Hofladen des benachbarten Gertrudenhofes einkaufen

Gesundheitsförderung durch Bewegung

Unter Gesundheitsförderung verstehen wir im Kindergarten nicht nur die Bereiche Mahlzeiten und Ernährung. Wichtig ist uns auch, viele Möglichkeiten der Bewegung zu schaffen.

Psychomotorik im Kindergarten

Neben einem gut ausgestattetem Außengelände, das vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Betätigung ermöglicht, bieten wir in unserer Bewegungshalle abwechslungsreiche Impulse in Form von Bewegungsbaustellen und Bewegungslandschaften und nutzen Elemente der Psychomotorik. Durch den Umgang mit unterschiedlichen Materialien können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen und gleichzeitig ihr Handlungsrepertoire erweitern. Die Kinder lassen sich von unterschiedlichen Materialien und Gegenständen zu lebhaften und kreativen Spielen inspirieren und machen somit wichtige Erfahrungen. Sie lernen ganzheitlich und voneinander. Besonders die Motorik (Fein- und Grobmotorik), die Sprache, die sozial-emotionale und kognitive Entwicklung werden durch psychomotoirische Angebote gezielt gefördert.

Unser Projekt Ringen & Raufen

Ein weiteres Projekt, dass die Motorik der Kinder in besonderer Weise fördert ist das Projekt Ringen & Raufen, dass bereits seit 2012 ist fester Bestandteil unseres pädagogischen Alltags ist. Wir könnten einen aktiven Kinder- und Jugendtrainer eines renommierten Kölner Ringer Vereins für die Umsetzung dieses Projektes gewinnen. Jeden Donnerstag bietet er mit Unterstützung eines Mitarbeiters unseres Kindergartens für die GELBEN Kleckse ein altersentsprechendes und wissenschaftlich fundiertes Programm zur eigenen Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung und Aggressionsbewältigung an.  Wir begreifen das „Ringen & Raufen“ als ein `kultiviertes Kämpfen`.

Das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt über das Rangeln und Kämpfen auszuleben und in spielerischem Wettstreit Kräfte zu messen, ist eine altersentsprechende und kindgemäße Handlungsform.  Dieses Bedürfnis ist fester Bestandteil der kindlichen Sozialisation und hat größte Bedeutung für die psychische, soziale und körperliche Entwicklung aller Heranwachsenden.   Kinder besitzen eine natürliche Freude an der körperlichen Auseinandersetzung.  Sie wollen und brauchen Grenzen und sind ständig bestrebt diese ausloten und dann und wann Wagnisse eingehen. Dieses Wissen nutzten wir beim Ringen & Raufen und fördern die Sozial-emotionale Kompetenz, schulen die Koordination und fördern die Kondition. Jedes Kind entscheidet selbständig, wie stark es sich in die Gruppe einbringen möchte bzw. sich auf den Partner einlassen will.

"Stärker und schlauer durch Ringen und Raufen"

Unser Waldprojekt

Bewegung – allerdings in der Natur – ist auch ein wichtiger Bestandteil während unseres Waldprojektes, das sich in erster Linie auf das Kennenlernen des Lebensraumes Wald und das Wahrnehmen von Naturphänomenen in wechselnden Jahreszeiten und unter verschiedenen Witterungsbedingungen konzentriert. Neben der Förderung der Kreativität und der Phantasie durch Aktivitäten ohne vorgefertigtes Spielmaterial, nutzen wir im Wald bewusst vielfältige Bewegungsmöglichkeiten um die motorischen Fähigkeiten zu fördern und werden hierbei von unserem Waldwichtel Schnickel unterstützt.

Wir nutzen für das Waldprojekt das Waldgebiet am Hürther Berg, das wir gut mit dem Stadtbus erreichen. Der Aufenthalt beschränkt sich auf ein Zeitfenster von ca. drei Stunden. In dieser Zeit und der veränderten Umgebung lernen die Kinder ein neues Miteinander innerhalb einer Kleingruppe von maximal 14 Kindern kennen. Das Sozialverhalten und der Gemeinschaftssinn werden durch den Aufenthalt im Wald positiv beeinflusst. Das Erleben des Waldes ist wie ein Abenteuer. Die Phantasie und Kreativität der Kinder werden angeregt. Sie können ihre Kräfte und ihr Geschick erproben und erfahren, wo ihre Grenzen und Fortschritte liegen.

Die Sensibilisierung der Sinne für die Natur ermöglicht einen verantwortungsvolleren und bewussteren Umgang mit der Natur und fördert des Bewusstseins, „Gäste des Waldes und der hier lebenden Tiere und Pflanzen“ zu sein. Die Kinder lernen spielerisch viel über das Ökosystem im Wald, den Schutz des Waldes und der daraus resultierenden Verantwortung der Menschen.