Strategische Partnerschaft mit isländischen Kindergärten

... so fing alles an...

Anfang 2020 erfuhren wir von dem Plan unseres Trägers, einen Austausch mit 3 isländischen und 3 deutschen Kindertageseinrichtungen zum Thema Nachhaltigkeit zu organisieren. Diese Gelegenheit nutzten wir und warfen uns „in den Bewerbertopf“ der interessierten deutschen FRÖBEL-Einrichtungen.

3 FRÖBEL Kindergärten + 3 isländische Kindergärten = Austauschprogramm über Erasmus+

Maßgeblich für das Entscheidungsverfahren waren die pädagogischen Schwerpunkte aller bewerbenden Einrichtungen, da die Interessen der beteiligten Kitas „matchen“ mussten.

Unser Kindergarten punktete mit der Organisationsstruktur innerhalb des Hauses. Unsere Pädagogik orientiert sich am Konzept der offenen Arbeit, die wir mit altershomogenen Stammgruppen organisieren. Unsere GELBEN Farbkleckse sind die Ältesten des Kindergartens und vereinen alle Kinder, die ein Jahr vor dem Schuleintritt stehen. Eine der 3 Partnereinrichtungen in Island ist eine reine „Vorschule“ und an der ortsansässigen Grundschule angeschlossen.  Ein Glück für uns, denn somit passte nicht nur unser naturwissenschaftlicher Schwerpunkt, sondern auch das Alter der Kinder, die am Projekt beteiligt werden.

Zudem interessieren sich die isländischen Einrichtungen sehr für den Bereich Sprachbildung und die bilinguale Ausrichtung unseres Hauses. Als teilnehmende SprachKita im Bundesprogramm „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des BMFSFJ, können wir hier sicherlich einiges an Wissen und „Best Practice“ weitergeben.

Berufliche Bildung mit ...

Wir verstehen unseren Kindergarten als eine „lernende Organisation“ und meinen damit ganz bewusst nicht nur die Bildung der Kinder unseres Hauses. Auch wir als Pädagog*innen haben den Anspruch uns (weiter) zu bilden und uns zu entwickeln. Wir belegen Weiterbildungen und Schulungen, um einerseits unseren persönlichen Horizont zu erweitern und nutzen andererseits auch wissenschaftliche Erkenntnisse der frühkindlichen Bildung, die wir in unseren pädagogischen Alltag einfließen lassen können. 

Erasmus+ macht das möglich!

Das Erlebnis, international pädagogische Erfahrung machen zu dürfen, die Bildungsprogramme europäischer Nachbarländer kennenzulernen, ein bilaterales Projekt zu gestalten, sprachliche Brücken zu überwinden und den Kindern unseres Kindergartens internationale Zusammenarbeit vorzuleben, fanden wir spannend und herausfordernd zugleich. Zudem können wir im Rahmen des Projektes gemeinsam unsere schon bestehenden Schwerpunkte Vorschularbeit, Mathematik und Naturpädagogik weiterentwickeln.

Auch für unsere Kinder ist das eine wunderbare Möglichkeit, ein anderes Land kennen zu lernen.  Wir planen neben den Reisen der Pädagogen auch mit einer Kindergruppe zu reisen. Kinder, die sonst vielleicht nicht die Möglichkeit haben, ein anderes Land und dessen Kultur kennenzulernen. Bereits bei der Auftaktveranstaltung am ERASMUS-Day 2020 waren die Kinder sehr an unseren Plänen interessiert. Sie hatten größtes Interesse an allem was wir von dem Land erzählten, malten mit Begeisterung die isländischen Flagge, die wir als Zeichen unseres Vorhabens neben der Deutschen und europäischen Flagge ins Foyer hängten und hatten immensen Spaß und viele Fragen zu den auf der Insel lebenden Papageienvögeln, die jedes Jahr von den Einwohnern der Insel „gerettet“ werden.

FRÖBEL - ein starkes Team auf allen Ebenen

Wir hatten das große Glück, dass Dörte Bieler (Mitarbeiterin im FRÖBEL-Stabsbereich Internationales in Berlin) Vorhaben dieser Art administrativ unterstützt. Sie knüpfte den Kontakt zu den isländischen Einrichtungen auf der vorgelagerten Insel Vestmannaeyjar und eruierte nicht nur die Bereitschaft seitens der isländischen Einrichtungen zur Teilnahme an dem internationalen Projekt, sondern filterte bei den Erstkontakten auch heraus, welche Schwerpunkte die isländischen Einrichtungen bieten bzw. suchen, um passgenau deutsche Einrichtungen zu finden.

Die Kompatibilität der pädagogischen Schwerpunkte ist nötig, da bei der Zusammenarbeit der 6 kooperierenden Einrichtungen der beiden Länder nicht das gegenseitige Besuchen im Vordergrund steht, sondern die gemeinsame Erarbeitung von neuen pädagogischen Mitteln, die dann in beiden Ländern trotz der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen auch in der Praxis genutzt werden.

Für die Antragstellung entwickelte Frau Bieler in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Einrichtungen das gemeinsames Projekt mit dem Namen „Lernen im Klassenzimmer Natur“ und erarbeitete mit uns, dem FRÖBEL Kindergarten Augustastrolche aus Berlin, dem FRÖBEL Kindergarten Schimmelweg aus München und den drei isländischen Kindergärten eine detaillierte Projektskizze, in der alle pädagogischen Schwerpunkte der sechs Kooperationspartner berücksichtigt wurden.

Es wurde sich auf eine zweistufige Zusammenarbeit geeinigt: nach einer gegenseitigen Kennenlern-Phase, in der jeder Kindergarten den anderen ihre bisherige Expertise vorstellt, werden im zweiten Schritt gemeinsam 2 Projekte zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. Die einzelnen Schritte wurden in einer Timeline, die die Projektschritte terminiert und als Orientierung für unser gemeinsames Vorhaben zu Grunde liegt, festgelegt.

Unser Kindergarten wird z.B. am Ende des Zwei-Jahres-Projektes mit zwei isländischen Einrichtungen eine Ideensammlung mit dem Namen „Mathematik in der Natur“ entwickeln. Ziel ist es, Aktionen und Spiele zum Thema zu sammeln, mit den Kindern beider Länder zu testen und zu verschriftlichen. Diese Sammlung soll professionell gelayoutet und vervielfältigt werden und als Ideengeber anderen Kindergärten zur Verfügung stehen.

... sechs Partnern aus zwei Ländern, die etwas Großes gestalten

Im September 2020 erhielten wir die großartige Nachricht der nationalen Agentur, dass unser gemeinsamer Antrag genehmigt wurde. An die Genehmigung ist die vollumfängliche Finanzierung geknüft, mit der wir unser geplantes Projekt umsetzen können.   

Für alle beteiligten Einrichtungen wird dieses Zwei-Jahres-Projekt eine spannende "Reise" werden. Nicht nur, weil die Pädagog*innen beider Länder die Chance haben, ein anderes Bildungssystem vor Ort kennenzulernen. Dieses Projekt ist eine Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und ... Teil von etwas Großem zu sein.

Wir sind uns sicher, dass wir auch an dieser Stelle unser Zukunftsthema Nachhaltigkeit nochmal auf eine besondere Weise beleuchten können. Kulturen vereinen, erleben, wie unsere Nachbarländer (Bildungs-)Ressourcen nutzen, Best Practice austauschen, voneinander lernen und vom unterschiedlichen Wissen profitieren.  Und wer weiß, vielleicht wird diese Partnerschaft eine Verbindung, die über das Projekt hinaus Bestand hat.

Wir freuen uns auf ein tolles Projekt und diese wunderbare Erfahrung, bei der unsere größte Herausforderung sicherlich die sprachliche Barriere sein wird. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an.